Schutzauftrag bei Kindeswohlgefährdung

Die Umsetzung des §8a SGBVIII / §4KKG


Wenn sich die Frage stellt, ob eine Kindeswohlgefährdung (KWG) vorliegt, gibt es selten ein klares 'JA' oder 'Nein'. Die Anzeichen sind in der Regel mehrdeutig oder nicht ausreichend ausgeprägt, um eine klare Diagnose stellen zu können. Darüber hinaus ist der Begriff 'Kindeswohlgefährdung' sowohl juristisch wie auch inhaltlich nur unscharf definierbar.

Selbst differenzierte Diagnoseinstrumente oder das Hinzuziehen einer 'insoweit erfahrenen Fachkraft' bringen nur bedingt die gewünschte Klarheit.

Mit KWG umzugehen heißt daher, das Fehlen von Eindeutigkeit zu akzeptieren. Dennoch ist es notwendig, trotz dieser Unschärfe verantwortlich zu handeln. Daraus leitet sich die erste Anforderung an den professionellen Umgang mit Kindeswohlgefährdung ab: Handlungssicherheit bei unsicherer Faktenlage!

 

Erschwerend kommt hinzu, dass Fälle mutmaßlicher KWG von starken Konflikten und Emotionen begleitet sind: Fachkräfte fühlen sich meist zerrissen zwischen der Notwendigkeit, 'irgendwie' einzuschreiten und der Angst, etwas Falsches zu tun. Sie befürchten beispielsweise die Reaktionen der Eltern wie etwa Rückzug, Widerstand oder Wut, was die Gefährdungslage des Kindes weiter verschlimmern könnte.

Verantwortliches Handeln sollte jedoch nicht von (dem Vermeiden von) Emotionen, sondern durch fachliche, fundierte Verantwortlichkeit geleitet sein. Entsprechend ist die zweite Anforderung an ein professionelles Handeln bei mutmaßlicher KWG: Handlungssicherheit bei hohem emotionalem Druck!

 

Sind diese Anforderungen - Handlungssicherheit bei unsicherer Faktenlage und emotionalem Druck - nicht erfüllt, ist das Risiko hoch, dass betroffene Kinder durch Unterlassen oder übereifrigen Aktionismus Schaden nehmen.

Der Schwerpunkt meiner Fortbildung liegt daher darin, den Teilnehmern Mittel an die Hand zu geben, diese Herausforderungen professionell zu  bewältigen.

 

Aufbau 

  • Gesetzliche Anforderungen des § 8a SGBVIII / § 4KKG
  • Grundwissen 'Kindeswohlgefährdung'
  • FormenIndikatorenRisikofaktoren
  • von der diffusen Wahrnehmung zur systematischen Vorgehensweise
  • Dokumentation
  • Umgang mit mehrdeutigen Anhaltspunkten
  • Emotionsmanagement
  • Wann und wie eine Kinderschutzfachkraft hinzuziehen
  • Informieren des Jugendamtes: ab wann und wie?
  • Gespeächsführung mit den Sorgeberechtigten
  • Fallbeispiele