Kinder aus belasteten Familien


Die Erkrankung eines Elternteils bedeutet für die ganze Familie eine hohe Belastung. Besonders schwer wiegen dabei psychische Erkrankungen: Diese Krankheitsbilder sind noch immer von Unwissenheit und Scham begleitet, Sprachlosigkeit und Tabuisierung innerhalb der Familie und nach außen sind die Folge. In aller Regel dauern diese Störungen lange an, so dass die Bedürfnisse der Kinder über lange Zeiträume unzureichend wahrgenommen und versorgt werden.

Kinder brauchen in dieser Zeit Aufklärung über die Krankheit, Unterstützung im Umgang mit dem erkrankten Elternteil und Entlastung von einer gefühlten oder realen Verantwortung für die Familie. Ein Teil dieser Arbeit kann von der Betreuungseinrichtung getragen werden, der andere Teil bleibt in Elternverantwortung. Einrichtung und Elternhaus sollten deshalb ins Gespräch kommen und sich gemeinsam zu Wohl der Kinder abstimmen.

Gespräche über dieses heikle Thema verlangt viel Fingerspitzengefühl und Empathie aber auch Klarheit und Bestimmtheit in der Zielsetzung.

Das Wissen um Merkmale und Verlauf von Störungsbildern, das Erleben der Krankheit in der Familie sowie Gesprächstechniken helfen, diese Aufgabe gut zu erfüllen. Entsprechende Inhalte vermittelt diese Fortbildung.

 

Inhalte der Fortbildung

  • Grundinformationen zu psychischer Erkrankung (Merkmale, ICD 10 Klassifikation, Prävalenz)
  • familiäre Folgebelastungen bei psychisch erkrankten Eltern
  • Psychische Erkrankung im Erleben von Kindern
  • Resilienzfaktoren
  • Die Verantwortung der freien Jugendhilfe
    • Schutzauftrag
    • Entlastungsangebote für Kinder
    • Kooperationsangebote für Eltern
  • Gesprächsführung
    • mit betroffenen Kindern
    • mit psychisch erkrankten Eltern
    • mit nicht erkrankten Angehörigen